Der Hund mit dem gelben Herzen oder die Geschichte vom Gegenteil -          von Jutta Richter mit Illustrationen von Susanne Janssen

Hanser Verlag 1998

111 Seiten

ab 9 Jahre

 

 

Die Geschichte handelt von Freundschaft und Vertrauen. Beides ist ein Geschenk und darf nicht missbraucht werden.

 

Hund ist ein ganz besonderer Hund. Er kann nämlich Fremdsprachen: Menschisch, Kätzisch, Täubisch, ein wenig Rättisch und natürlich Hündisch.  Lotta und besonders Prinz Neumann, ihr kleiner Bruder, möchten ihn gerne behalten, aber sie wissen, dass ihr Opa Hunde nicht mag. Zum Glück ist er ein paar Tage verreist, und Hund darf im Schuppen schlafen. Lotta bringt ihm ihr Lieblingskissen und Prinz Neumann streichelt ihn und besorgt ihm sein Lieblingsessen: knusprige Hähnchenhaut! Es ist wie im Paradies! Dafür erzählt Hund auch eine Geschichte.

 

Es gab einmal nur Urwald, Sandweg und Hecke, und dort entlang liefen seit Ewigkeiten in Finsternis G. Ott und Lobkowitz, die beiden besten Freunde. Und sie träumten, dass es noch etwas anderes geben müsse. „Du musst etwas erfinden, Ötte! Das Gegenteil!“, sagte Lobkowitz, und Ötte erfand:  Licht, einen wunderbaren Garten, Vögel, Schmetterlinge …, und er zeichnete alles auf.  Lobkowitz machte aus den Trauben sofort Wein, und die beiden saßen am riesigen Küchentisch, tranken Wein, erfanden immer mehr und freuten sich. Lobkowitz hatte die Ideen, und Ötte zeichnete. Es war wie im Paradies, bis …

 

Knusprige Hähnchenhaut schmeckt nicht nur Hund! In der Nacht kommen drei große Ratten und bedrohen ihn. Zum Glück kann er ja Rättisch und erst mal das Schlimmste verhindern. Und am Tag sieht alles schon viel besser aus.  Da bekommt er sogar von Prinz Neumann ein gelbes Herz mit Druckknopf und einem Zettel mit Namen und Adresse drin, denn dann kann man nie verloren gehen …

 

 

Eine Geschichte, die zum Nachdenken und zu Gesprächen anregt, in einer sehr eindringlichen Sprache. Die Sätze malen Bilder. Alle Sinne werden angesprochen.

S.5: „Der Hund blinzelt in die Sonne. Es ist die frühe Sonne mit den schrägen Strahlen. Sie ist nicht besonders warm.“

S. 9: „Dabei ist es so ein schöner Tag. Die Sonne scheint. Die Blätter der Bäume leuchten rot und golden, in den Gärten riecht es nach abgebrannten Kartoffelfeuern, und ab und zu weht ein silberner Spinnwebfaden an Prinz Neumanns Nase vorbei und kitzelt ihn.“

Die Figuren gewinnen sofort Persönlichkeit durch ihre Sprache und ihre Verhaltensweisen.

Den Einband finde ich ansprechend, und die markanten Vignetten von Susanne Janssen unterstreichen die Persönlichkeit von Hund.

 

Ein wunderbares Buch!

 

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