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Das Gesicht eines Verbrechers

Der Showmaster wartet, bis es wieder vollkommen leise ist. Dann gibt er den beiden Wächtern einen Wink.

Der eine Wächter packt Franz Obermeiers Arme von hinten mit festem Griff, der andere reißt ihm mit einem Ruck die Haube vom Kopf. Sofort packt er ihn am Hinterkopf fest an den Haaren und zieht daran, damit sein Gesicht gut zu sehen ist.

Ein Aufschrei geht durch die Reihen.

Franz Obermeiers Gesicht ist rot, verquollen, der Mund ist vor Entsetzen verzerrt, die Augen sind gegen das plötzliche helle Licht zusammen gekniffen, die Haare hängen wirr herum.

„Sieht so ein ordentlicher Mensch aus!?“

„Nein! Nein!“

„Sieht so jemand aus, den Sie in Ihre Wohnung lassen würden!?“

„Nein! Nein!!“

Sieht so jemand aus, dem Sie Ihr Liebstes anvertrauen würden!?“

„Nein, nein, nein!!“

Kreischen. Trampeln.

„Sieht so jemand aus, der Gnade verdient hat!?“

„Mörder! Mörder!!“

„Maiki Lehmann, Ihre Aufgabe!“

Der Showmaster weist mit einer großzügigen Geste auf Maiki Lehmann

Sprechchöre: „Maiki Lehmann! Maiki Lehmann!“

...

Die Menschen stehen, schreien und trampeln.

Langsam lässt der Showmaster den Lärm verebben.

 

„Liebe Gäste, setzen Sie sich. Ganz ruhig. Atmen Sie tief durch. Lassen Sie Ihr Blut wieder langsamer strömen. Sie brauchen Ihre Nerven noch! Seien Sie sicher: Der Gerechtigkeit wird Genüge getan!“

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