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Mutter, Vater, Kind

„Nimmst du mich auf die Schultern, Papa?“

 

Die Tribünen sind bis auf den letzten Platz besetzt.

„Wie gut, dass wir von deiner Mutter die 1000 € bekommen haben“, flüstert Frau Kögler ihrem Mann zu. Jetzt drückt sie ihre Tochter an sich. „Ist es nicht schön hier? Kannst du auch gut sehen?“

Desiree schmiegt sich enger an ihren Vater.

Frau Kögler redet weiter: „Ob hier auch Bekannte sind?“ Sie wirft Blicke in die Runde. „Ich bin so gespannt. Toll, dass wir in der 5. Reihe sitzen, da können wir alles genau sehen. Hast du auch keine Angst, Desiree?“

Desiree schüttelt den Kopf.

„Na ja, wir haben so eine Show ja schon im Fernsehen gesehen, ‑ aber echt dabei zu sein!“ Frau Kögler seufzt hingebungsvoll. „Frau Strunk, du weißt doch, die von gegenüber. die sagte, sie wäre beinahe ohnmächtig geworden. Oh, Gott, hoffentlich passiert mir das nicht! Das wäre doch zu ärgerlich, wo wir so viel Geld bezahlt haben!“

Desiree sitzt an ihren Vater gekuschelt und hat die Augen geschlossen.

 

„Desiree! Du schläfst doch nicht etwa!? Oh, guck, jetzt kommen die Musiker!“

...

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