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Durchsuchung

Nora nahm den Hörer. Keine Nummer auf dem Display. „Bitte?“

„Kann ich Dr. Fuchs sprechen?“

„Wer sind Sie denn?“

„Ein Bekannter.“

„Dr. Fuchs ist nicht da. Kann ich etwas ausrichten?“

Aufgelegt.

Das fing ja gut an.

„Ich gebe das sofort durch an Marvin“, sagte Nora.

Auf der Suche nach Hinweisen auf Motive und Täter schritten sie langsam durch sämtliche Zimmer. Gut geschnittene Räume, viel Platz, die Küche mit allen Schikanen – aber keine Atmosphäre. Nirgendwo gab es Bücher, die Bilder waren nichtssagende Dekorationen, keine Blumen, persönliche Interessen waren nicht zu erkennen. Große Fernseher in mehreren Räumen, auch in den Schlafzimmern. Das Ehepaar Fuchs schlief getrennt. Es wirkte alles sehr unpersönlich. Hier wurde nicht gewohnt, nicht gelebt, schon gar nicht geliebt – hier hielt man sich nur auf, wenn man nichts anderes vorhatte.

„Das sieht wirklich nicht nach einem harmonischen Eheleben aus“, sagte Nora. „Was wird wohl seine Frau gemacht haben, wenn er die Sonntage im Golfklub verbrachte?“

 

„Vielleicht hat sie einen Freund“, meinte Backe. „Und vielleicht liegt da das Motiv.“

...

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