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Die Leiden des kleinen s

Das kleine s ist traurig. Sehr traurig.
So lange es zurückdenken kann, hat es sich mit allen Buchstaben immer gut
vertragen, mit einigen war es sogar eng befreundet.
Zusammen haben sie tolle und wichtige Wörter gebildet wie vorwärts und
rückwärts, links und rechts, ins Paradies, ums Haus, aufs Klo (hihi).
Und bei Namen war es dafür zuständig, dass alle merkten, wem etwas gehörte,
z. B Toms Fahrrad – das gehörte Tom, ist doch klar.
Das kleine s fühlte sich zwischen allen Buchstaben wohl, besonders gern
stand es aber am Ende, denn da konnte es aufpassen, dass kein Buchstabe
verlorenging.
Bei diesen Gedanken kullern ihm einige Tränen herunter. Wieso wird es auf
einmal weggestoßen? Und sogar eine Schranke wird vor ihm aufgebaut:
Gabi steigt auf Mama‘s Fahrrad, guckt link’s und recht’s, fährt vorwärt’s,
dann um’s Haus und ins Paradie‘s und dort macht es viele Foto’s.
Hilfe! Wenn es sich nicht richtig doll festhält, geht es ganz verloren – und
niemand kümmert sich darum.
Das kleine s kann das einfach nicht verstehen. Was hat es den anderen
Buchstaben nur getan?
Nun braucht es ein Taschentuch, so sehr weint es.
Wer kann ihm nur helfen?