Carlo

„Gehen Sie jeden Tag an diesem Ort mit Ihrem Hund spazieren?“, begann Nora die Befragung.

„Nein, nur ab und zu.“

„Wann waren Sie das letzte Mal hier?“

Er überlegte. „Das war ungefähr vor einer Woche“, meinte er schließlich.

„Lassen Sie den Hund hier ohne Leine laufen?“

„Ja.“ Kampfbereit sah er sie an. Er kannte diese Hundehasser, die den armen Tieren nicht gönnten, sich frei zu bewegen. „Erzählen Sie mir jetzt nichts von Leinenzwang. Der Hund …“

Carlo knurrte bekräftigend.

„Über Hundehaltung müssen wir uns nicht austauschen“, sagte Nora entschieden. „Carlo ist also auf diesem Gelände herumgelaufen?“

„Ja. Auf einmal bellte er. Er hörte nicht auf und er kam auch nicht, als ich ihn rief. Schließlich bin ich zu ihm gegangen.“ Er schluckte. „Ja, da habe ich den Toten entdeckt. Beinahe hätte ich mich übergeben.“ Unwillkürlich drückte er eine Hand auf den Mund.

„Haben Sie etwas angefasst?“

„Nein, nein, auf keinen Fall. Ich habe sofort die Polizei gerufen.“

„Kennen Sie den Toten?“

„Nein, ich denke nicht. Aber ich habe ja nicht viel von ihm gesehen.“

„Danke, Herr Sauer. Warten Sie bitte hier, denn die Spurensicherung wird sich für Ihre Schuhabdrücke interessieren. Und kommen Sie bitte morgen im Laufe des Tages wegen des Protokolls aufs Revier.“

Sauer brummte einen Gruß, den Carlo mit herzhaftem Bellen unterstützte.

Kurz danach erschien der große Wagen der Spurensicherung. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0