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Ein netter Nachbar

„Moment.“ Okkinga schloss die Tür. Wahrscheinlich redete er mit seiner Familie. Endlich kam er zurück. „Kommen Sie mit.“ Er führte sie ins Wohnzimmer. Die anderen Zimmertüren waren alle geschlossen. „Setzen Sie sich. Worum geht es denn?“

„Sie haben vorgestern Frau Clausens Keller entrümpelt und alles zur Müllkippe gebracht“, sagte Backe.

„Das hatte alles seine Richtigkeit“, brauste Okkinga auf. „Ich habe da nichts Verbotenes untergeschoben.“ Sein Gesicht war rot geworden.

Backe sah ihn forschend an und wagte einen Schuss ins Blaue: „Herr Clausen hatte bei seiner Mutter etwas untergestellt. Das brauchen wir jetzt.“

Okkinga blieb einige Sekunden stumm. Dann hatte er sich entschieden. „Ach das“, meinte er übertrieben gelangweilt. „Ich hatte mir schon so was gedacht und die Sachen bei mir im Keller aufbewahrt. Ich hol sie mal.“ Er stand auf und riss fast die Tischdecke mit. Feine Handarbeit.

„Haben Sie das gehäkelt?“, fragte Backe, der ebenfalls aufgestanden war und ernsthaft interessiert das kunstvolle Werk betrachtete. Immerhin musste er das in der Schule auch einmal lernen. Es war allerdings nicht viel dabei herausgekommen.

Nora konnte sich das Lachen kaum verkneifen.

„Ich? Sie spinnen wohl.“ Innerlich zeigte Okkinga dem komischen Kommissar einen Vogel und eilte aus dem Zimmer.

„Ich helfe Ihnen tragen!“, rief Backe und rannte hinterher.

Nora blieb sitzen und lachte immer noch vor sich hin.

„Hallo. Wer bist du denn?“ Zwei kleine Gesichter lugten ins Zimmer.

Nora sah hoch und lächelte den Kindern zu. „Hallo, ihr beiden, ich bin Frau Lübben. Und wer seid ihr?“

„Wir sind Onno und Fenja“, sagte der Junge und seine kleine Schwester nickte.

„Hat euch das Mittagessen geschmeckt?“, fragte Nora.

„M-m.“ Das Mädchen kaute und lutschte auf dem Zeigefinger, der Junge traute sich, noch eine Frage zu stellen: „Was machst du hier?“

„Wir wollen etwas abholen, was euer Vater aufbewahrt hat.“

 

„Onno! Fenja! Kommt her!“ Das war wohl die Mutter.

...

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