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Schöne Kinderbücher 

Was wäre das Leben ohne Geschichten! Erzählt, vorgelesen, gespielt, angesehen.

Ich stelle hier Kinderbücher vor, die mir besonders gefallen.

 

Alice im Wunderland - von Lewis Carroll mit Illustrationen von Robert Ingpen


Alice im Wunderland

von Lewis Carroll

Illustrationen: Robert Ingpen

Übersetzung: Antonie Zimmermann


Knesebeck, 2010, 192 Seiten, viele wunderbare Bilder

 

Seit 1865 wird dieses Buch immer wieder aufgelegt, es ist vielfach ins Deutsche und in viele andere Sprachen übersetzt worden. Es gibt Filme, Comics Fernsehserien, Computerspiele und andere Software. Die Geschichte wurde für Oper, Tanz, Pop-Musik, Jazz, Theater und Malerei verwendet.


Was macht diese Geschichten für Jung und Alt so faszinierend?


Alice saust wahrlich in ein Wunderland. Herrlicher Unsinn passiert dort: Tiere sprechen und verhalten sich völlig ungewohnt. Sie selbst ist mal ist riesig, mal winzig klein. In ihren Tränen muss sie schwimmen, um nicht zu ertrinken. Die Königin will allen den Kopf abschlagen. Spielkarten sind lebendig. Sogar eine Suppenschildkröte kann sprechen – und singen. Und wovon singt sie? Von Suppe!


Die letzte Frage ist: Wer hat die Törtchen gestohlen?


Ein Buch, das einen in andere Welten versetzt. Ich denke, Kinder ab etwa 5 Jahren können ihre Freude daran haben.



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Wo die wilden Kerle wohnen - von Maurice Sendak

Wo die wilden Kerle wohnen

von Maurice Sendak

Übersetzung von Claudia Schmölders

Diogenes Kinderbuch 1967

40 Seiten, etwa 3 Jahre bis 6 Jahre

 

Der kleine Max hat eines Abends nur Unfug im Kopf. Er zieht sein Wolfskostüm an und jagt den Hund - mit einer Gabel! Will er ihn verspeisen?

Seine Mutter schimpft. Wilder Kerl nennt sie ihn und schickt ihn ohne Abendessen ins Bett.

 

Als das Buch geschrieben und gemalt wurde (1963 in USA), haben Kinder sicher öfter mal so etwas erlebt und fanden das einfach ungerecht und gemein.

 

Auch Max guckt böse – und dann geht es richtig los mit den wilden Kerlen, und er ist der wildeste von allen!

 

Der letzte Satz zeigt, dass nachher alles wieder gut ist.

 

Die großen Zeichnungen von „schrecklichen“ Monstern faszinieren die Kinder. Der kurze Text gibt keine Deutungen, sondern eher Beschreibungen. Damit ist viel Raum für Fantasie gegeben.

 

Seit 60 Jahren ist dieses Buch ein Klassiker. Es regt die Kinder an zum Malen und Erzählen.

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Sophiechen und der Riese - von Roald Dahl                                 mit Illustrationen von Adam Quidam

 

 

Sophiechen und der Riese

von Roald Dahl

mit vielen Zeichnungen von Quentin Blake

Übersetzung von Adam Quidam

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 1985

Lizenzausgabe mit Genehmigung des Rowohlt Verlages GmbH, Reinbek bei Hamburg für die Bertelsmann Club GmbH u.a, 208 Seiten

Diese Ausgabe gibt es anscheinend nur noch antiquarisch, z.B. bei booklooker

 

Sophiechen lebte in einem Waisenhaus. Glücklich war sie dort nicht. Eines Nachts konnte sie nicht schlafen, weil der Mondstrahl „wie eine Schwertklinge aus Silber“ mitten auf ihr Gesicht schien. War jetzt Geisterstunde? Sophie wagte es aufzustehen und aus dem Fenster zu sehen. Die Dorfstraße sah wie verwandelt aus – bleich, gespenstisch, schummrig und „nebelschleierhaft“.

Plötzlich bemerkte sie, dass etwas sehr Schwarzes, sehr Großes und sehr Dünnes immer näher kam …

 

Die Geschichte beginnt ganz schön unheimlich und sie wird noch unheimlicher. Denn dieses riesige, unheimliche Wesen grabscht sie sich – obwohl sie sich in ihrem Bett unter der Decke versteckt hat – mitsamt ihrer Bettdecke und trägt sie fort.

So landet sie im Land der Riesen. Leider sind die meisten böse, das zeigen schon ihre Namen: Blutschlucker, Fleischfetzenfresser, Knochenknacker … Und diese Bösewichte sind doppelt so groß wie ihr Riese, der ein guter Riese ist und deshalb GuRie heißt.

Mit viel Witz und besonderen Wortschöpfungen – denn der Riese hat nicht richtig sprechen gelernt – erleben wir mit, wie Sophiechen und der Riese im Riesenland zurechtkommen mit Kotzgurken, Blubberwasser und Furzelbäumen; sie fangen Träume, sie reisen nach London und besuchen Ihre Majonese, die Königin. Und die bösen Riesen werden – das will ich lieber nicht verraten.

Für Kinder ab 8 Jahren ist es eine abenteuerliche und lustige Lektüre.


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Die kleinen Wilden und das Mammut - von Jackie Niebisch

Die kleinen Wilden und das Mammut

von Jackie Niebisch

Wunderlich 1987, 56 Seiten, Format ca. DIN A4

geeignet ab etwa 4 Jahre

 

Als ich dieses Buch vor vielen Jahren im Buchladen entdeckte und den ersten Satz las, war klar: Das musste ich kaufen.

„Weil die Alten sich auch mal einen faulen Tag gönnen wollten, blieben sie in der Höhle und schickten die kleinen Wilden fort, etwas zum Mittagessen aufzutreiben …“

Der Allerkleinste hat die ausgefallensten Ideen, außerdem keine Lust auf Bucheckern oder Gemüse. Er schlägt vor, ein Mammut zu jagen, denn schließlich sind sie nicht nur Sammler, sondern auch Jäger. Und er weiß auch genau, wie die Mammutjagd geht (Familienerzählung über Generationen!): Spuren suchen, Falle bauen, mit dem Speer erlegen!

Die Stationen dieser Jagd sind einfach mitreißend erzählt und illustriert. Auf jeder Doppelseite ist rechts ein Bild und links der Text dazu. Auch Leseanfänger können ihre Freude daran haben, und zum Vorlesen, Entdecken  und Erzählen ist es wunderbar geeignet.

In Grundschulklassen war es immer ein Renner und Anregung zum Malen.

Leider gibt es dieses Buch wohl nur noch gebraucht zu kaufen - aber Jackie Niebisch hat noch mehr tolle Bücher anzubieten.


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Der überaus starke Willibald - von Willi Fährmann                            mit Illustrationen von Werner Bläbst

Der überaus starke Willibald

von Willi Fährmann

Illustrationen von Werner Bläbst

Arena Verlag 1983, 86 Seiten

ab etwa 10 Jahre




In einem großen Haus lebte friedlich eine Mäuseschar. In der Küche gab es viele Köstlichkeiten zu futtern, und das ganze Haus war ein toller Spielplatz, besonders die Bibliothek mit den vielen Bücherregalen und dem großen Globus.


Lillimaus war die einzige weiße Maus. Eines Tages bemerkte sie, dass die Tür zum Garten nicht ganz geschlossen war, und sie bekam schreckliche Angst, denn alle Mäuse wussten, dass draußen Gefahr drohte. Sie raste zu den anderen und warnte sie.


Das Rudel beriet, was zu tun war, und der schlaue Mäusejosef fand die Lösung: Lillimaus ist schuld, weil sie weiß ist und rote Augen hat. Sie ist für alle eine Gefahr. Wahrscheinlich hat sie die Tür selbst geöffnet!


Einige Mäuse protestierten zwar noch, aber Mäusejosef, Mausikarin, die dicke Hermannmaus und der überausstarke Willibald versprachen Sicherheit und das Paradies auf Erden, so dass die meisten ihnen zujubelten …


Das Buch ist ein Lehrbeispiel, wie eine kleine Gruppe mit Schuldzuweisungen, Versprechungen und Terror die Macht an sich reißt. Die Schreckensherrschaft greift in alle Lebensbereiche ein – bis sich Widerstand formiert. Die Verbindung zur Nazizeit ist natürlich nicht zu übersehen.


Ich habe das Buch oft in vierten Klassen vorgelesen, und es entwickelten sich viele Gespräche.



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Der fantastische Mr. Fox - von Roald Dahl                         Illustrationen von Irmtraut Teltau

Der fantastische Mr. Fox

von Roald Dahl

Illustrationen von Irmtraut Teltau

Übersetzung von Charles Schüddekopf

Lizenzausgabe mit Genehmigung des Rowohlt Verlages GmbH, Reinbek bei Hamburg für die Bertelsmann Club GmbH u.a., 71 Seiten

Diese Ausgabe gibt es anscheinend nur noch antiquarisch, z.B. bei booklooker oder amazon.

 

Mr. Fox lebt mit seiner Frau und den vier kleinen Füchsen auf einem Berg im Wald. Ihre Höhle liegt unter einem riesigen Baum.

Zu essen findet er genug auf der Hühner-, Enten- oder Gänsefarm. Aber das erfreut natürlich die Bauern nicht. Ihre Namen verraten schon, dass sie nicht besonders freundlich sind: Grimm, Grob und Greulich. Sie kochen vor Wut über die Diebstähle und als sie die Fuchshöhle unter dem Baum entdeckt haben, da soll es Mr. Fox an den Kragen gehen.

Ob sie das schaffen?

Die Geschichte mit den ausdrucksvollen Schwarz-Weiß-Zeichnungen hat in der Grundschule immer wieder Kinder begeistert.


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Orla Froschfresser oder Auch Kleine können sich wehren -                   von Ole Lund Kirkegaard


Orla Froschfresser oder Auch Kleine können sich wehren

von Ole Lund Kirkegaard

Deutsch von Senta Kapoun

mit vielen Schwarz-Weiß-Zeichnungen vom Autor

Hier eine Taschenbuchausgabe von 1984, rororo rotfuchs,92 Seiten, ab 6 Jahre

 

Die Geschichte spielt in einem kleinen dänischen Dorf.

Orla Froschfresser ist ein gemeiner und ekelhafter Jugendlicher. Er soll mal einen lebendigen Frosch gegessen haben! Auf alle Fälle raucht er und ist lang und dünn und hat ein käsiges Gesicht. Wenn er kleine Jungs sieht, dann reißt er ihnen Haare aus, zieht an ihren Ohren, sticht ihnen in die Augen … Alle haben Angst vor ihm.

Auch Jakob und sein Freund. Bis sie merken, dass sie ihn reinlegen können.

Die Geschehnisse spitzen sich zu, als ein Zirkus ins Dorf kommt.

Dem Autor sind so mitreißende Szenen eingefallen, dass es mir immer wieder Freude gemacht hat, das Buch in Schulklassen vorzulesen.


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Der Wind in den Weiden - von Kenneth Graham                              mit Illustrationen von Robert Ingpen

Der Wind in den Weiden 

von Kenneth Graham

Illustrationen von Robert Ingpen

Übersetzung: Gundula Müller-Wallraf

Knesebeck, 2007, 224 Seiten, viele wunderbare Bilder

 

Ein Klassiker, der seit seiner Veröffentlichung in England 1908 immer wieder aufgelegt, übersetzt und illustriert wurde.

Die Geschichte beginnt mit einem Hausputz, genauer gesagt, einem Frühjahrsputz. Das hört sich nicht besonders aufregend an, und der Maulwurf – halt! Ein Maulwurf macht Hausputz? In seiner Höhle? Und er hat Möbel und weißt die Wände???

Und schon sind wir in einer anderen Welt!

Der Frühling lockt draußen, und der Maulwurf schimpft: „Zum Teufel mit dem Frühjahrsputz!“ (oder in der Übersetzung von Harry Rowohlt: „Zum Henker mit dem Frühjahrsputz!“)

Er wirft den Pinsel beiseite, zieht sich nicht mal seinen Mantel an und schießt aus der Haustür …

 

Empfohlen wird das Buch ab 8 Jahre; zum Vorlesen ist es sicher auch für jüngere Kinder geeignet.


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Es ist ein Elch entsprungen - von Andreas Steinhöfel                          mit Illustrationen von Kerstin Meyer

Es ist ein Elch entsprungen

von Andreas Steinhöfel

Deutscher Taschenbuch Verlag, 1995, 80 Seiten

 

Wer würde sich nicht freuen, wenn in der Weihnachtszeit ein Elch durchs Dach kracht und auf dem Wohnzimmertisch landet?

Ihr nicht?

Man hätte allerdings unvergessliche Weihnachten, wie Familie Wagner! Kein Wunder, denn der Elch heißt Mr. Moose, kommt aus Amerika und ist im Auftrag seines Chefs, Santa Claus, auf Probeflug über Europa unterwegs - d.h. jetzt ist es mit dem Fliegen erst mal vorbei. Aber Bertil Wagner sorgt rührend für ihn, und hinterher ist nichts mehr, wie es mal war.

Ein köstliches Buch ab etwa 5 Jahre, das auch Erwachsenen beim Vorlesen immer wieder Spaß macht.


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Spannende Experimente - von Hermann Krekeler und Marlies Rieper-Bastian

Spannende Experimente

von Hermann Krekeler

mit Illustrationen von Marlies Rieper-Bastian und Fotos von Hermann Krekeler

Ravensburger Buchverlag 2000, 127 Seiten

 

Elegante Türme aus Dominosteinen, Brücken aus Pappe, über die sogar ein LKW (naja, ein Spielzeug-LKW) fahren kann, Rauchkringel im Wasser, sprudelnde Nudeln für ein Nudel-Ballett – das klingt wie Hexerei. Ist aber keine!

 

 

Mit diesem Buch sind solche Kunststücke kinderleicht nachzumachen, denn die Versuchsanleitungen sind mit Zeichnungen, Fotos und Anweisungen Schritt für Schritt erklärt und sehr motivierend. Es gibt Anregungen für Künstler, Bastler, Zauberer, Beobachter und Ausprobierer. Langeweile war einmal!

 

Ein Kindergeburtstag kann mit solchen Versuchen richtig abenteuerlich werden, denn wer würde nicht staunen, wenn eine Büroklammer schwebt oder ein Gummibärchen wächst?

 

126 Experimente regen zum Ausprobieren an. Naturwissenschaft wird selbst erlebt. Für die Versuche benötigt man nur einfache Materialien, die meist im Haushalt vorhanden sind. Es geht um Luft und Wasser, Licht und Optik, Technik und Umwelt und um die fünf Sinne.

 

Geeignet ist das Buch für Kinder im Grundschulalter und die ganze Familie.

Ich finde es sehr empfehlenswert!

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Wie man allseits beliebt wird, glücklich und schlank oder Vom Sinn des Lesens - von Eva Heller


Wie man allseits beliebt wird, glücklich und schlank oder Vom Sinn des Lesens

Gerstenberg Verlag, 2001

Illustrationen und Titelbild: Eva Heller

Ein spannender Roman für Kinder, empfohlen ab 9 Jahren, 136 Seiten mit einigen kleinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen

 

In dieser Geschichte geht es um Leselust, selbständiges Denken, Vorurteile, List, Mut, Heiratsanträge, Drachen, den Sinn des Lesens und viel Spaß.

 

Melitta ist mir ihren Eltern in eine neue Stadt gezogen. Es sind Sommerferien, sie kennt niemanden und langweilt sich. Ihre Eltern wollen gern, dass sie Sport treibt, aber sie sitzt lieber vor dem Fernseher und nascht – und wird jeden Tag ein bisschen dicker.

Eines Tages geht sie in den großen Park, um zu sehen, was die anderen Kinder machen.

Jungs spielen Fußball, fahren Skateboard und machen viel Lärm. Mädchen spielen Federball, Frisbee, Seilhüpfen und schwatzen über Musikgruppen und Sängerinnen. Ein Mädchen macht sogar eine hässliche Bemerkung über sie, die Dicke. Melitta geht weg.

In dem Park findet ein Kinderflohmarkt statt, und Melitta kauft ein Märchenbuch von einem Jungen, der lesen doof findet. Ein anderer Junge ruft: „Jungs sollten gar nicht lesen lernen müssen. Fernsehen geht viel schneller!“

Wütend verlässt Melitta den Park. Haben die Jungen Recht?

In einem Garten sieht sie einen Mann, der ein Buch liest.

 

Damit beginnt für Melitta eine aufregende Zeit. Der Mann, Professor Kugelklugel, und sie unterhalten sich über das Lesen und das Leben. Er will ihr nichts aufschwatzen, wie ihre Eltern, sondern nimmt sie ernst.

Wer liest, hat Zeit zum Nachdenken, sagt der Professor, der erfindet Bilder und wird gebildet.

Und genauso ist es!

Was Melitta im Park mit ihrem Märchenbuch und den anderen Kindern alles erlebt, das hat Eva Heller sehr lebendig und mit vielen witzigen Ideen aufgeschrieben. Gut finde ich, wie ihre Schwarz-Weiß-Zeichnungen die Leser mit Fragen einbeziehen,  z.B.: Brauchen Prinzessinnen einen Drachen? Was hättest du Melitta geantwortet?

Das Titelbild stellt ein Buch dar mit all seinen Verlockungen – sehr passend zur Geschichte.

 

Ich habe dieses Buch mehrfach in 4. Klassen vorgelesen, es kam immer gut an.

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Nisses neue Mütze - von Olof und Lena Landström

Nisses neue Mütze

Oetinger Verlag 1991

24 Seiten, Format: 20 cm x 25 cm



Nisse ist so stolz: Seine neue Schirmmütze ist einfach toll. Die Kinder auf dem Hof sind genauso begeistert, und alle dürfen sie aufprobieren.

Dann ruft die Mama: Nisse soll eine Zeitung kaufen.

Eigentlich ist das kein Problem, aber …

Am Ende ist die Mütze noch schöner, und sein Pflaster auf dem Knie wird mächtig bestaunt.

Jede Szene ist auf einem großen, aussagekräftigen Bild dargestellt und mit ein bis zwei einfachen Sätzen auf den Punkt gebracht.

Das Buch ist zum Vorlesen zu empfehlen, und auch Erstleser werden ihre Freude daran haben.

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Als die Steine noch Vögel waren - von Marjaleena Lembcke

Nagel&Kimche 1998

124 Seiten, ab 9 Jahre



Pekka ist ein ganz besonderes Kind. Er ist durch einen Kaiserschnitt  - was für ein geheimnisvolles Wort! - zur Welt gekommen. Und kommt nicht mit seiner Mutter nach Hause, sondern muss, weil er krank ist, in ein Kinderschloss!

Obwohl die Eltern den Geschwistern erklären, was es mit dem Kaiserschnitt und dem Kinderschloss auf sich hat, halten sie daran fest, dass Pekka etwas Besonders ist.

Und das ist er wirklich!

 

Als er nach über zwei Jahren nach Hause kommt, lieben ihn alle und er liebt alle und alles.

Er lernt laufen und sprechen, aber er sagt und fragt sehr ungewöhnliche Dinge:

„Es ist schön, ein Frosch auf dem Stein zu sein und auf den Tag zu warten, wenn die Steine fliegen.“

„Wo fängt der Himmel an und wo hört er auf?“

„Woher kommt die Liebe?“

 

Er geht zur Schule und lernt lesen, schreiben und rechnen. Aber alle merken, dass er sonderbar ist.

Und obwohl das Leben für Pekka und die große Familie nicht immer einfach ist, meistern sie gemeinsam alle Schwierigkeiten.

 

Die Geschichte spielt in Finnland Ende der 50er bis Mitte der 60er Jahre, sie wird in ich-Form von der großen Schwester erzählt.

Mir gefällt, dass der Junge Pekka nicht ‚behindert‘ genannt wird; er ist etwas Besonderes, eine Bereicherung; seine ungewöhnlichen Gedanken eröffnen einen neuen Blick auf alltägliche Dinge. Besonders die Steine haben es ihm angetan. Das sagt ja auch der Titel aus, und das Titelbild ist dazu passend sehr schön gestaltet.

 

Ein sehr schönes Buch!

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Der Hund mit dem gelben Herzen oder die Geschichte vom Gegenteil -          von Jutta Richter mit Illustrationen von Susanne Janssen

Hanser Verlag 1998

111 Seiten

ab 9 Jahre

 

 

Die Geschichte handelt von Freundschaft und Vertrauen. Beides ist ein Geschenk und darf nicht missbraucht werden.

 

Hund ist ein ganz besonderer Hund. Er kann nämlich Fremdsprachen: Menschisch, Kätzisch, Täubisch, ein wenig Rättisch und natürlich Hündisch.  Lotta und besonders Prinz Neumann, ihr kleiner Bruder, möchten ihn gerne behalten, aber sie wissen, dass ihr Opa Hunde nicht mag. Zum Glück ist er ein paar Tage verreist, und Hund darf im Schuppen schlafen. Lotta bringt ihm ihr Lieblingskissen und Prinz Neumann streichelt ihn und besorgt ihm sein Lieblingsessen: knusprige Hähnchenhaut! Es ist wie im Paradies! Dafür erzählt Hund auch eine Geschichte.

 

Es gab einmal nur Urwald, Sandweg und Hecke, und dort entlang liefen seit Ewigkeiten in Finsternis G. Ott und Lobkowitz, die beiden besten Freunde. Und sie träumten, dass es noch etwas anderes geben müsse. „Du musst etwas erfinden, Ötte! Das Gegenteil!“, sagte Lobkowitz, und Ötte erfand:  Licht, einen wunderbaren Garten, Vögel, Schmetterlinge …, und er zeichnete alles auf.  Lobkowitz machte aus den Trauben sofort Wein, und die beiden saßen am riesigen Küchentisch, tranken Wein, erfanden immer mehr und freuten sich. Lobkowitz hatte die Ideen, und Ötte zeichnete. Es war wie im Paradies, bis …

 

Knusprige Hähnchenhaut schmeckt nicht nur Hund! In der Nacht kommen drei große Ratten und bedrohen ihn. Zum Glück kann er ja Rättisch und erst mal das Schlimmste verhindern. Und am Tag sieht alles schon viel besser aus.  Da bekommt er sogar von Prinz Neumann ein gelbes Herz mit Druckknopf und einem Zettel mit Namen und Adresse drin, denn dann kann man nie verloren gehen …

 

 

Eine Geschichte, die zum Nachdenken und zu Gesprächen anregt, in einer sehr eindringlichen Sprache. Die Sätze malen Bilder. Alle Sinne werden angesprochen.

S.5: „Der Hund blinzelt in die Sonne. Es ist die frühe Sonne mit den schrägen Strahlen. Sie ist nicht besonders warm.“

S. 9: „Dabei ist es so ein schöner Tag. Die Sonne scheint. Die Blätter der Bäume leuchten rot und golden, in den Gärten riecht es nach abgebrannten Kartoffelfeuern, und ab und zu weht ein silberner Spinnwebfaden an Prinz Neumanns Nase vorbei und kitzelt ihn.“

Die Figuren gewinnen sofort Persönlichkeit durch ihre Sprache und ihre Verhaltensweisen.

Den Einband finde ich ansprechend, und die markanten Vignetten von Susanne Janssen unterstreichen die Persönlichkeit von Hund.

 

Ein wunderbares Buch!

 

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Das Konrädchen bei den Klitzekleinen - von Roald Dahl                       mit Illustrationen von Patrick Benson

Wunderlich Verlag 1992

48 Seiten mit vielen großen, farbigen Bildern

Format: 21cm x28cm

ab 5 Jahre


Dieses Buch handelt davon, wie sich ein kleiner Junge, das Konrädchen, von der überbehütenden Mutter befreit.

Damit er ja nicht alleine das Haus verlässt, erzählt sie ständig von schrecklichen Gefahren, die draußen nur auf ihn warten.

Aber natürlich wirkt das nicht auf Dauer! Eines Tages klettert er aus dem Fenster und geht langsam in den Wald hinein. Nein, er ist nicht aufgeregt; nein, er hat keine Angst – aber dann ist es doch unheimlich … Seltsame Geräusch lassen ihn horchen, Angst erwacht, er läuft los, er läuft schneller und schneller, die Geräusche kommen näher - ein Ungetüm, mit Feuer und Rauch – und keine Mama ist da!

In letzter Sekunde klettert Konrädchen einen Baum hoch – und gerät in eine andere Welt, die Welt der Klitzekleinen.  Sie sehen aus wie normale Menschen, sind aber nicht größer als sein längster Finger. Und sie leben auf den Bäumen, weil sie dort sicher sind vor dem großen Schlurch.

Konrädchen kommt aus dem Staunen nicht heraus und findet alles wunderbar – wenn nur der große Schlurch nicht wäre! Kann man den Klitzekleinen denn nicht helfen?
„Kann ich ihnen helfen?“, fragt sich Konrädchen, und er entdeckt, wie viel Mut und Stärke er hat!

 

Die wunderbaren Bilder von Patrick Benson regen die Fantasie an und lassen in die Geschichte eintauchen. Viele Einzelheiten verlocken dazu, immer wieder zu gucken und zu entdecken.

 

Roald Dahl erzählt diese Geschichte spannend und mit viel Witz. Ich habe sie oft Schulklassen vorgelesen (2. Klasse meist), und die Kinder haben atemlos zugehört.

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